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Blutige Straße (DVD+R uncut)
[00049-M-01]

20.00€

5 von 5 Sternen5 von 5 Sternen

Alan Ladd meets Edward G. Robinson - ein Treffen absoluter Superstars in diesem spannenden
Kriminalfilm nach einer Vorlage von William P. McGivern.

Beide Darsteller drehen voll auf. Ladd spielt eine der Figuren, die er am Besten kann; einen
angeschrammten, mit Ecken und Kanten versehenen Antihelden. Diesmal ist er sogar noch
eine Spur besser als sonst – der verbissene Ex-Polizist ist eine absolute Paraderolle für ihn.

Und Edward G. Robinson – der kann ja bekanntlich alles. Hier mimt er „Amato“, den Boss der „Hafenmafia“.
Eine Figur die stark an „Johnny Friendly“ aus „Die Faust im Nacken“ erinnert.
Beide sind brachiale Gewalttäternaturnaturen. „Amato“ ist jedoch in meiner Wahrnehmung
erheblich fieser - amoralisch, rücksichtslos, berechnend und hundsgemein. Er erpresst und
drangsaliert die Menschen seiner Umgebung nicht nur aus „geschäftlichen Motiven“, sondern
aus purer Freude. Dabei legt er – entgegen anderen Filmgangstern – wenig Wert auf eine
glamouröse Umgebung. Er kommt mit einem Büro im „Clubheim“ aus und regelt Geschäfte
auch mal am heimischen Küchentisch, wo es nichts Stärkeres als Kaffee gibt.

Dem eher kleinwüchsigen Robinson gelingt es, diese Figur nicht nur als Giftzwerg sondern als
Bestie in Menschengestalt darzustellen.

In den Nebenrollen sind Joanne Dru und Mae West zu sehen. Beide machen ihre Sache sehr
ordentlich, wobei vor allem das Spiel von Joanne Dru gefällt.

Unter den Nebenfiguren sticht besonders „Amatos“ Adjutant „Joe“ heraus. Ein empfindsamer
Berufskiller mit Gewissensbissen, der sich am Liebsten aus dem Geschäft zurückziehen möchte,
aber nicht von „Amato“ loskommt, weil der ihn in der Hand hat. Sehr gelungen – hat man so noch
nicht gesehen.

„Blutige Straße“ erfordert vor allem in der Anfangsphase sehr viel Aufmerksamkeit. Der Zuschauer
muß eine Reihe von Personennamen und deren Beziehung zueinander verinnerlichen, sonst geht
der Faden ganz schnell verloren. (Ist mir beim ersten Ansehen passiert). Gelingt ihm dies jedoch,
erlebt er einen Spielfilm der gehobenen Extraklasse. Also: unbedingt Zeit nehmen.

Das Bild ist klar, aber ein wenig in die Länge gezogen. Alles ist lang und schlank – auch die Beine
der Halbweltdame, die sich ihre Nylons anzieht. Es fehlen jedoch keine halben Köpfe oder
Ähnliches – ist schon in Ordnung so. Die Farben sind gut, der Ton allerdings etwas unklar.
Trotzdem - eine lohnende Anschaffung!
Eingetragen: 20.11.2020 von Niels Volchert
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