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In den Klauen des Borgia (DVD+R uncut)
[03981-*-69]

25.00€

4 von 5 Sternen4 von 5 Sternen

Das Borgia-Motiv, jene Geschichten und Legenden um den spanischstämmigen Renaissance-Clan,
der es in Italien zu höchsten Weihen brachte, hat schon immer guten Unterhaltungsstoff geboten.
Angefangen mit den Romanen von Ludwig Huna, vorläufig endend mit der Fernsehserie, die vor
einigen Jahren im ZDF ausgestrahlt wurde.

1949 nahm sich auch Hollywood dieses Themas an. Das ist insofern beachtlich, als zu vermuten steht,
daß das durchschnittliche amerikanische Publikum mit Stoff und Zeit nur wenig anzufangen wußte.

Orson Welles spielt Cesare Borgia- und zwar sehr gut. Zumindest in der Anfangsphase des Films.
Gegen Ende, als er nochmals einen längeren Auftritt hat, verliert die Figur des Cesare Borgia ein
wenig an Profil und wirkt nur noch wie ein böser Zauberer aus dem Märchen.

Tyrone Power – damals Top-Star bei 20th Century Fox – übernahm die Rolle des Andrea Orsini.
Borgia und Orsini sind alte Kumpel, die sich gegenseitig jedoch nicht völlig vertrauen
(Genial: der Bechertausch, als sie sich einen hinter die Binde kippen). Inzwischen ist Orsini Borgias
Mann für dreckige Aufgaben. Die erfüllt er skrupellos und mit Bravour; er würde alles tun um bei
Borgia nicht in Ungnade zu fallen, denn er – der aus dem bäuerlichen Milieu stammt – will seinen
gegenwärtigen sozialen Status um jeden Preis halten.

Nun ist Orsini wieder einmal in geheimer Mission unterwegs. Als Botschafter an einem Fürstenhof
gelangt er auf die Burg eines kleinen Regionalfürsten. Er soll die Verteidigungsstärke dieser Anlage ausspähen.
Man durchschaut ihn schnell, begegnet ihm aber mit diplomatischer Höflichkeit,
Nachsicht und sogar Zuneigung. Diese Haltung führt bei Orsini langsam zu einem Mentalitätswechsel.
Als Borgias Truppen anrücken wechselt er die Fronten.

Das ist kurz und knapp der Handlungsverlauf des Filmes. Die angegebene Inhaltsbeschreibung ist
also nicht ganz zutreffend. Sie umreißt eine andere Story aus dem großen Schatz der Borgia-Geschichten.

Der mit großem Aufwand inszenierte Streifen ist über lange Zeit ein spannender Historienfilm,
gerät aber gegen Ende hin zu einem etwas süßlichen Hollywoodmärchen. Tyrone Power spielt
über lange Zeit eine zwiespältige Figur und erlangt erst zum Schluß ein Strahlemann-Image.

Gehobener Unterhaltungsfilm in guter Bild- und Tonqualität.
Eingetragen: 25.12.2019 von Niels Volchert
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