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Karawane der Frauen - s/w (DVD+R uncut)
[03027-*-06]

27.00€

5 von 5 Sternen5 von 5 Sternen

Ein kolossaler Superwestern, der wegen seiner eigenständigen Thematik von Uneingeweihten
verkannt und maßlos unterschätzt wird.

Der sehr romantisch-idealistisch beginnende Film kommt nicht ganz ohne die Klischees der
damaligen Zeit aus, geht sein Thema aber immer mit großer Ernsthaftigkeit an. Gefahren, Strapazen,
Hoffnungen und Enttäuschungen, Tragödien, Rivalitäten – hier kommt alles aufs Tapet.

Die Idee: Ein Treck heiratswilliger Frauen soll über 3000 Meilen ins frauenarme Kalifornien
gebracht werden. Treckführer Paul Wyatt (Robert Taylor) ist ein Veteran der Karawanenrouten,
doch dieses Projekt erfüllt ihn mit Skepsis. „Ein Drittel werden dabei draufgehen“, schätzt er,
der persönlich vor nichts Angst hat, außer vor soliden Frauen. Die größte Sorge bereiten ihm
allerdings mögliche Beziehungskisten. „Hände weg von den Weibern“, befiehlt er der von ihm
ausgewählten männlichen Begleitmannschaft. „Hände weg von meinen Männern“, ermahnt er die
Frauen.

Doch es kommt wie es kommen muß – und zwar schon sehr früh. Zunächst muß Wyatt nur einen
„Romeo“ zum Teufel jagen; dann aber, nach einem massiveren Übergriff, gibt es zwei Tote und der
Rest der Begleitmannschaft macht sich aus dem Staub.

Wyatt fürchtet um seine Reputation als Karawanenführer, wenn dieser Wagenzug scheitert.
Mit den brachialen Methoden eines Feldwebels formt er die so unterschiedlichen Frauen zu einer
Leistungsgemeinschaft, die ihresgleichen sucht. Unwegsames Gelände, Gebirge, Salzwüsten,
Indianerangriffe, Überschwemmungen – am Wegesrand bleiben Gräber zurück.

Und die Frauen? Da sind faszinierende Typen*Innen vertreten: Mannweiber mit großem Herzen;
Püppchen, die sich als unendlich zähe Luder erweisen; graue Mäuse, die das Zeug zur Amazone
in sich tragen. Auf den Weg gemacht haben sie sich aus der Hoffnung auf einen Neuanfang,
aus Pioniergeist und Idealismus; aber auch aus weniger erhabenen Motiven: Weil sie daheim
offensichtlich keinen Mann mehr abkriegen, aus Flucht vor der sozialen Ächtung wegen eines
„Fehltritts“ und auch – aus Flucht vor sich selbst.

„Karawane der Frauen“ ist ein für seinen Entstehungszeitpunkt sehr harter und in seinen Aussagen
unerwartet deutlicher Film. Neben der fesselnden Handlung hat er grandiose Schauwerte in
schwarzweiß eingefangen, die sich zunehmend steigern.

Das harmonische Ende mit seinem Universal-Happy-End haben sich Figuren und Zuschauer redlich
verdient.

Solche Filme dürfen nicht in Vergessenheit geraten.
Eingetragen: 05.10.2020 von Niels Volchert
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