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Hölle am weißen Turm (DVD+R uncut)
[02689-*-56]

25.00€

4 von 5 Sternen4 von 5 Sternen

Ein Bergsteigerfilm? – amerikanisch?? – ohne Luis Trenker ??? - es funktioniert!!!

Der sehr heimatlich-beschaulich beginnende Film (allein schon Glenn Ford mit Ziege und
Mundharmonika ist eine Nummer für sich) geht sein Thema sehr bald zielgerichtet an,
auch wenn er dabei nicht ganz ohne Klischees auskommt. (Der unbesiegte Berg, der dem
Vater der Expeditionsleiterin einst das Leben kostete. „Er verschwand im Nebel uns kam
nicht mehr zurück“).

Die sehr kurzweilige Unterhaltung des Zuschauers vollzieht sich auf zwei Ebenen:

Auf der ersten Ebene ist die Charakterzeichnung der Teilnehmer angelegt:

- der einheimische Bergführer (fromm und verantwortungsbewußt)
- der nüchterne Geologe, der rechtzeitig erkennt wann er abbrechen muß
- der nie ganz nüchterne Schöngeist, der dies erst zu spät erkennt.
- Carla, die Alpinistentochter, die dort weitermachen will, wo ihr Vater vom Berg gestoppt wurde.

Diese vier Typen sind dramaturgisch passend, aber nicht überzeichnet. Erforderliches, gut
ausgelotetes Beiwerk.

Und dann sind da die Hauptfiguren:

Hein – „der beste Mann am Berg“, der jedoch zunehmend eine Weltsicht offenbart, die Anlaß
zu der Befürchtung gibt, daß das letzte Entnazifizierungsverfahren nicht richtig angeschlagen hat.
(am Entstehungszeitpunkt des Films gemessen, war diese Figur wohl irgendwie unvermeidlich).

und

Ordway – „der stille Amerikaner“, der zunächst aus Interesse an Carla mitgeht, dann vom
„Bergfieber“ und schließlich vom Ehrgeiz gepackt wird. Er fühlt sich von Hein herausgefordert.

Auf der zweiten Ebene brillieren die Schauwerte. Atemberaubende Landschaftsaufnahmen
und spannende Kletterpartien ziehen den Zuschauer in ihren Bann. Das ist wirklich mal was für‘s
Auge.

Obwohl der Streifen etwas zu fröhlich endet (die Mühen und die Toten sind vergessen)
bietet er doch sehr ansprechende Unterhaltung. Anderthalb Stunden vergehen wie im Flug.
Eingetragen: 30.12.2019 von Niels Volchert
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